Stefanie Jahn schlägt ein Rad in der Wiese
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Warum Dein Alltag das eigentliche Wunder ist

In der stillen Beobachtung unserer Gesellschaft fällt es mir seit Jahren immer deutlicher – und auch immer intensiver – auf:
Die meisten Menschen scheinen auf einer ständigen Jagd zu sein.
Nicht nach dem Leben selbst, sondern nach dem Nächsten. Dem Besonderen. Dem, was glänzt

Es beginnt oft beim Wochenende, das da vorne wartet – mit einem Event, einem Konzert, dem gemeinsamen „um die Häuser ziehen“ oder einfach nur mit der Erleichterung, nicht in die Arbeit zu müssen.
Dann geht es weiter: zum nächsten Urlaub, zum neuen Auto, zur Shoppingtour – online, offline, irgendwo zwischen den 768 Sales des Jahres.

Und am Ende steht ein Alltag, der übergangen wird.
Einer, der selten gesehen wird. Der kaum bis nie das Wunder oder die Schönheit in den einfachen Momenten zeigen darf – weil der Blick schon längst weitergezogen ist, auf das, was kommt.
Weil das Jetzt nur noch Zwischenstation ist.

Ein Leben im konstanten Fluchtmodus – weg von dem Moment jetzt hin zu vielen Momenten in der Zukunft.
Und das skurrile an der Sache: Ist das „Highlight“ und der ersehnte Moment dann hier – worüber wird gesprochen? Richtig – das nächste Highlight, das irgendwo in der Zukunft auf uns wartet.

Höher, schneller, weiter – die Jagd nach dem Erfolg
Nicht nur im privaten Kontext fällt diese Hetzjagd auf.
Auch beruflich habe ich sie immer wieder erlebt – über viele Jahre hinweg.

Die vergangenen fünfzehn Jahre meiner Laufbahn – im mittleren Management und später in meiner Selbstständigkeit – haben mir eines sehr deutlich gezeigt:
Dieses Gieren nach mehr.
Der große Wunsch, gesehen zu werden.
Angehimmelt zu werden. Gefeiert zu werden.
Ein bisschen „Fame“ zu sein – nur für einen Moment.

Es ist stark, dieses Bedürfnis. Und in vielen Menschen tief verankert.
Doch getrieben von diesen vergifteten Sehnsüchten verirren sich viele auf Wegen, die wenig mit innerem Frieden zu tun haben.
Sie rennen. Vergleichen. Optimieren.
Und am Ende ist es nie genug.
Nie still. Nie ganz da.

Woher ich das so genau weiß?

Weil ich selbst dort unterwegs war.
Im Wettkampf. Für den Applaus. Für das „Wow – du bist so erfolgreich.“
Und ja – ich habe viel erreicht. Aber innerlich? War ich nie wirklich angekommen.

Heute weiß ich – und ich danke dem Leben aufrichtig für diesen Weg, auch wenn er intensiv war –
Erfolg ist etwas anderes.

Wahrer Erfolg fühlt sich still an.
Er entsteht nicht aus Wettkampf oder Gier, sondern aus Herzverbundenheit, Co-Kreation und einem klaren, friedvollen Geist.
Aus dieser inneren Kraft heraus wirkt er sanft – aber tief.

(Lebens)Erfolg kommt nicht durch Bühne oder Beifall.
Er kommt durch Präsenz.
Durch dieses bewusste Dasein – mit jedem einzelnen, noch so kleinen Moment

Wo (m)ein Ursprung zu finden ist
Das Leben hat mich – vor allem durch körperlich intensive Herausforderungen in den Jahren 2023 und 2024 – an einen Punkt gebracht, an dem ich ehrlich hinsehen durfte:
Was hat mich eigentlich hierher geführt?

Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse war diese:
Ich habe meinem Alltag – also jenem Teil meines Lebens, der den größten Raum einnimmt – viel zu wenig Liebe, Präsenz und Zuneigung geschenkt.

Schon mit Anfang 20 hat mich die Idee des „Museum des Lebens“ tief berührt. Ich hatte sie aus einem meiner ersten Bücher zur Persönlichkeitsentfaltung – The Big Five for Life.
Die Frage darin war simpel – und zugleich so tief:

Was wäre, wenn jeder Moment meines Lebens – genau so, wie er ist – in meinem persönlichen Lebensmuseum abgebildet wird?

Ich stellte mir vor, wie ich eines Tages durch dieses Museum gehe.
Was würde ich sehen?
Was würde ich fühlen?

Diese Vorstellung kam wieder zurück in mein Bewusstsein.
Und sie traf mich – ganz sanft, aber sehr klar.
Das darf sich ändern. Jetzt.

Mein Alltag darf zu meinem Highlight werden.
Nicht später. Nicht wenn alles passt. Nicht wenn ich „mehr Zeit habe“.

Jetzt.
Dieser Moment – so unscheinbar er auch wirken mag – kehrt nie wieder zurück.
Und ich bin nicht mehr bereit, ihn zu übergehen.
Nicht mehr bereit, auf etwas Zukünftiges zu warten, das mir das Leben erst „richtig“ machen soll.

Ich habe für mich gewählt:
Ich will diesen Moment voll erleben.
Ich will ihn fühlen.
Und ich will ihn würdigen – als Teil meines Lebensmuseums.

Mein Alltag – also alle meine Tage – dürfen das Highlight meiner Lebenssymphonie sein.

Bewusste All-Tags Gestaltung
So wie ich heute meinen Alltag gestalte, hat nichts mehr mit Leistung oder Optimierung zu tun.
Für mich sind gesunde und bewusste Routinen ein nährender Rahmen – sie helfen mir, präsent zu bleiben und verbunden mit mir selbst.
Bei allem, was Du tust, kommt es auf die Absicht an.
Dient sie Deiner Entfaltung?
Oder ist sie getrieben – vom Ego, von Gier, Vergleich oder der Angst, nicht zu genügen?

Gesunde Routinen dienen einem höheren Zweck: Sie erinnern uns an unsere Essenz.
Sie unterstützen Heilung. Sie schenken Halt. Und sie verbinden uns mit dem, was wirklich menschlich ist – artgerecht, tief und echt.

🌿 7 Impulse für mehr Präsenz im Alltag

1. Erde Dich
Geh barfuß auf Wiese oder Waldboden. Spür die Verbindung. Vielleicht magst Du auch Erdungsprodukte ausprobieren – meine Empfehlungen findest Du hier.

2. Atme ein – und aus
Drei bewusste Atemzüge. Augen schließen. Zunge an den Gaumen. Im Bauch atmen. 2–3 Minuten – und Du bist wieder da.

3. Raus in die Natur
Geh täglich raus. Lass Dein Smartphone daheim. Dein Nervensystem wird es Dir danken.

4. OQP – Only Quality People
Wähle bewusst, mit wem Du Zeit verbringst. Nähe ist Medizin – oder Stress.

5. Du bist, was Du isst
Klarheit beginnt im Körper. Lass los, was Dich schwächt. Wähle lebendige Kost, die Dich stärkt.

6. Informations-Konsum bewusst wählen
Beobachte: Wie oft greifst Du zum Handy? Wie fühlst Du Dich danach? Bewusstsein beginnt im Kleinsten.

7. Wunder sind überall – wundere Dich wieder mehr
Schmetterlinge, Kinderlachen, eine stille Umarmung. All das IST das Leben. Und es findet genau jetzt statt.

Wenn Du beginnst wieder mit offenen Augen und einem fühlenden Herzen durch diese Welt zu gehen, dann wirst Du Dich nicht mehr in die Zukunft sehnen und in irgendwelche vermeintlichen Highlights. Du wirst erleben, dass der Höhepunkt Deines Lebens immer gerade und genau jetzt und hier statt findet.

Wenn Du tiefer eintauchen möchtest:
In meinem Podcast „einfach Stefanie“ findest Du die passende Folge dazu:
🎧 #79 – Kraftvoller All-Tag

Der Alltag ist kein Ort des Wartens.
Er ist kein Übergang zum Wochenende, zum Urlaub, zum „irgendwann“.

Der Alltag ist das Leben selbst.
Und genau hier – mitten im scheinbar Gewöhnlichen – wartet das Außergewöhnliche auf Dich.

Jetzt.
Genau hier.
In diesem Moment, den Du gerade liest.

Lass ihn nicht einfach vorbeiziehen.
Lass ihn ein Teil Deines Museums sein.

Was ist ein Moment, der heute in Deinem Lebensmuseum erscheint?
Schreib mir gern in die Kommentare – ich freu mich auf Deine Alltagswunder.


❓ Häufig gestellte Fragen zur Alltagsgestaltung

Was bedeutet bewusste Alltagsgestaltung?
Bewusste Alltagsgestaltung meint, den Tag achtsam zu erleben – mit liebevollen Routinen, die dich stärken, nähren und zurück ins Jetzt holen.

Wie kann ich mehr Präsenz im Alltag entwickeln?
Durch kleine Rituale: bewusste Atemzüge, Zeit in der Natur, Offline-Momente oder nährende Begegnungen mit Menschen, die dir guttun.

Welche Routinen helfen gegen Stress im Alltag?
Sanfte Routinen, die dich mit dir selbst verbinden – z. B. achtsames Atmen, Spaziergänge ohne Handy, bewusstes Essen, Journaling oder Erdung.

Warum ist Achtsamkeit im Alltag so wichtig?
Weil der Alltag das Leben ist. Wer nur auf Highlights wartet, verpasst das Eigentliche. Achtsamkeit macht das Gewöhnliche wieder lebendig.

Was ist das „Museum des Lebens“?
Ein Bild aus dem Buch The Big Five for Life: Jeder Moment deines Lebens wird wie ein Gemälde im persönlichen Museum ausgestellt. Was möchtest du darin sehen?

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